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Termine 2010
 

Samstag, 5. September um 19 Uhr

Lange Museumsnacht im Rhein-Museum

Programm

  19:00 Begrüßung und einiges zur Geschichte des Museums
  19:30 Führung zur Jahresausstellung: "Kniffliger geht's nicht..."
durch den Museumsleiter - alles aus Papier, aber nicht von Pappe!
  20:00 Kurzvortrag: "Wie lang ist der Rhein - Kilometer und Flusslänge, Irrtum und Wahrheit"
  20:30 Führung zur Jahresausstellung: "Der blanke Wahnsinn- oder: kaum zu glauben was man alles aus Papier machen kann"
  21:00 "Luxuspapier" - Führung zu Papierobjekten aus der Sammlung des Museums
  21:30 "Wie entsteht eine Kunstsammlung oder Maler, Händler und Museen", Führung durch die Kunstsammlung des Rhein-Museum
  22:00 Kurzvortrag: "Auf Papier gedruckt" - Frühe Postkarten vom Rhein
  22:30 "Vom Papiermodell zum Museumsobjekt - Ein Kanonenboot auf dem Rhein" oder "Die Eisenbahnbrücke muss geschützt werden!"
Ein Kapitel Koblenzer Stadtgeschichte: Führung in der Sonderausstellung
  23:00 Wunschführung, für die, die nicht genug Museum bekommen können!
  23:30 Ausklang bei Kerzenlicht, mit Gesprächen und Wein

 

 


 

Mit Schere, Kleber und Papier:
Während der Museumsnacht werden von 19 bis 23 Uhr Schiffmodelle aus Papier im Museum gebaut! Experten geben Tipps!
Live und ohne doppelten Boden - Kniffliger geht's nicht

 

 

 

 

Freitag, 5. März 2010 um 19 Uhr

Eröffnung der Sonderausstellung

Kniffliger geht's nicht...
Von Frachtschiffen, Kreuzern und Häfen

-Kartonmodellbau der Extraklasse-


Weitere Informationen unter "Sonderausstellung"

 


 

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Wie lang ist der Rhein?

Hier und im neuen Heft der "Beiträge zur Rheinkunde" Nr. 61, 2009 finden Sie die Originalveröffentlichung zu dieser Frage.

Dem Interessierten empfehlen wir noch den Artikel "Die Länge des Rheins und seine Vermessung" aus Heft 24 (1972) der "Beiträge zur Rheinkunde" in dem die Entwicklung der Längenangaben von der Antike bis zur Gegenwart beschrieben ist.


Wie lang ist der Rhein?
von Bruno P. Kremer

Im Zusammenhang mit den Recherchen zu einer in Vorbereitung befindlichen neuen Monographie über den Rhein, die vor allem geografisch-hydrografische Sachverhalte aufbereiten wird, interessierte verständlicherweise auch seine genaue Fließlänge. Bei der Sichtung des relevanten Rheinschrifttums fiel nun überraschend auf, dass die durchweg als seriös einzustufende naturwissenschaftliche bzw. naturkundliche Literatur oder entsprechend zu bewertende Referenzwerke wie Konversationslexika für die Länge des Rheins bemerkenswert divergierende Werte angeben, die bislang offenbar noch nicht Gegenstand einer kritischen Überprüfung waren. Als Beispiele einer unterdessen auf einige Dutzend angewachsenen Sammlung unterschiedlicher Längenangaben können die folgenden Zitate dienen:

• Eine 1967 erschienene Informationsschrift der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mainz über Rhein und Mosel gibt die Rheinlänge mit 1320 km an.
• Die gleiche Flusslänge wird auch im „Kompendium der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest" (Mainz 2007) angegeben.
• Dieser Wert erscheint auch in einer für die gymnasiale Oberstufe konzipierten Kollegschrift (Reichelt 1983).
• Sowie in einem WWF-Tagungsbericht (Kamp et al. 1990).
• H. J. Tümmers beschließt seine unbedingt lesenswerte, weil ausgesprochen detailliert und sachkundig dargestellte Rheinreise (1994) ebenfalls mit der Längenangabe 1320 km.
• Sie ist so auch in der jüngsten Auflage des dtv-Lexikon (Band 18, 2006) zu erfahren, dem der Große Brockhaus zugrunde liegt.
• Sie findet sich ferner in einem in dieser Zeitschrift erschienenen Beitrag (Tippner und Hils 2000)
• in einem ansonsten sehr sorgfältig edierten nautischen Handbuch für Rheinsportschiffer (FenzI 2007)
• sowie in fast allen Darstellungen zur Kulturgeschichte der rheinischen Landschaft (z. B. Oster 2007).
• Die Länge 1320 km verkündet auch eine an der von der Touristikbranche an der angeblichen Rheinquelle installierte Tafel am Auslauf des Lai da Tuma (Tomasee) im westlichen Graubünden.
• Eine ökologische Übersicht zum Rhein des Umweltbundesamtes geht ebenfalls ausdrücklich von der Gesamtlänge 1320 km aus (www.umwelt-bundesamt.de/umweltproben/upb33.htm; letzter Zugriff: 28. 6. 2009)
• Die Internet-Enzyklopädie Wikipedia (letzter überprüfender Zugriff 28. 6. 2009) beziffert die Rheinlänge sogar mit 1324 km.
Eine Anzahl weiterer bisher aufgefundener Längenangaben bleibt dagegen deutlich unter dem letztgenannten Höchstwert. Eine kleine Auswahl mag diesen Sachverhalt belegen:

• So führt beispielsweise das Herder-Konversationslexikon von 1907 eine Länge von 1246 km an
• Spies (1922) benennt in seinem Führer durch das Rheinmuseum in Koblenz die Rheinlänge mit 1238 km.
• Eine Untersuchung über die Geschichte der Rheinvermessung (Kuhr 1972) kommt auf 1237,6 km.
• Eine Aufsatzanthologie zur Ökosystemforschung in den Rheinauen (Tittizer und Krebs 1996) enthält die Angabe 1236 km.
• Die Schrift „Der Rhein unter der Einwirkung des Menschen - Ausbau, Schiffahrt, Wasserwirtschaft" (Lelystad 1993) der Internationalen Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes benennt „rund 1250 km"

Der rechnerische Durchschnitt der letzteren Zahlengruppe (bisher 22 Angaben berücksichtigt) liegt bei etwa 1230 km. Somit überrascht die ältere ebenso wie die jüngere verfügbare wissenschaftliche und amtliche Rheinliteratur mit zwei doch recht stark voneinander abweichenden Werten, die sich konsistent auf die beiden Wertegruppen 1320 km sowie etwa 1230 km verteilen lassen: Die große Mehrzahl der älteren Angaben bewegt sich dabei durchweg im Bereich von 1230 km, die deutlich jüngeren Publikationen gehen dagegen erstaunlicherweise eher von 1320 km aus. Alle oben benannten jüngeren Längenangaben beziehen sich übrigens auf einen Zeitraum, in dem die bekannten Tulla'schen Korrektionen (1817-1878) am Oberrhein mit einer effektiven Laufverkürzung um insgesamt etwa 81 km längst abgeschlossen waren und auch anderwärts keine weiteren einkürzenden Mäanderdurchstiche mehr erfolgt sind. Die nach Literaturangaben bestehende Längendiskrepanz von rund 90 km kommt allerdings der Gesamtverkürzung des Reinlaufs in der Folge der Rheinkorrektion während des 19. Jahrhunderts verdächtig nahe. So besteht immerhin die begründbare Möglichkeit, dass selbst moderne Darstellungen des Rheins mit einer Zahlenangabe unbekannter Provenienz aus der vorindustriellen Zeit des Rheins operieren. Die divergierenden Angaben sind aber dennoch völlig unbefriedigend und so natürlich nicht einfach hinnehmbar.
Auf dem Hintergrund dieses reichlich unbefriedigenden Zahlenpotpourris für die aktuelle Rheinlänge erschien es erforderlich, die exakte Länge dieses bedeutsamen Stromes zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu bestimmen. Dazu wurden aus den amtlichen SwissTopo-Karten 1 : 25000 und den topographischen Karten 1 : 50 000 für den Bodensee die genaue Länge der einzelnen Rheinabschnitte neu bestimmt. Danach betragen die Fließlänge des längsten Rheinquellastes Vorderrhein vom Maighels-Gletscher bis Tamins (Graubünden) 75,1 km und die Länge des anschließenden Alpenrheins von Tamins bis zur heutigen kanalisierten Rheinmündung in den Bodensee bei Fußach (westlich von Bregenz) 85,7 km. Der Weg des Rheinwassers durch den Bodensee (Obersee) zwischen Fußach und Konstanz bemisst sich mit ziemlich genau 41,0 km, wobei übrigens die Literatur auch für diese Strecke mehrere Alternativangaben bereithält.
Eine weitere brauchbare Ausgangsbasis für die weitere korrekte Längen-bestimmung des Rheins bietet die moderne amtliche, im April 1939 eingeführte und unterdessen international verbindliche Rheinkilometrierung, die mit Rheinkilometer 0 in der Achse der Konstanzer Rheinbrücke beginnt und mit Rheinkilometer 1032,8 an der Rheinmündung des Nieuwe Waterweg in die Nordsee nordwestlich von Hoek van Holland endet. Bei der Bewertung der Zahlenangaben auf den am Rheinufer aufgestellten weißschwarzen Markierungstafeln ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Rhein mit dem Beginn des Mittelrheinabschnitts nördlich von Bingen etwa 1,2 km kürzer ist, als es die Sichtzeichen angeben (vgl. Kuhr 1972).
Die aktuelle Gesamtlänge des Rheins errechnet sich damit unter Berücksichtigung der bekannten Fehlstrecken in der amtlichen Kilometrierung zwischen Hoch- und Mittelrhein vom Quellgebiet des Vorderrheins bis zum (ehemaligen) natürlichen Ende des Mündungsarmes bei Hoek van Holland auf (gerundet) 1233 km. Unberücksichtigt bleibt die jüngere wasserbauliche Vorstreckung der eigenartigerweise Maasmond bzw. Nieuwe Waterweg genannten Rheinmündung bei Hoek van Holland durch den knapp 2 km langen Noorderdam sowie die künstlich aufgeschütteten Hafenanlagen der Maasvlakte, an deren nördlicher Uferlinie (Zuiderdam) die Rheinkilometrierung bis 1035 fortgeführt wird.


Aus dem weiteren Inhalt des Heftes Nr. 61

  • Das Devon-Meer - Leben vor unserer Zeit
  • Schnapsbrennen am Rhein
  • Zwei Oldtimer der Rheinschifffahrt

Das Heft kann im Rhein-Museum für 8 Euro erworben werden.